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Future Migration: Netzwerk für kulturelle Diversität

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„Future Migration“: Netzwerk für kulturelle Diversität

Die Geschichte der Menschheit ist untrennbar verknüpft mit der Geschichte individueller und kollektiver Migration. Als solche hat Migration stets verschiedene, sich ergänzende, widersprechende oder wechselseitig bereichernde individuelle und kollektive Zukunftsentwürfe generiert. Wesentliche Bestandteile dieser Zukunftsentwürfe sind kulturelle Begegnung(en) und Verschränkung(en) von Religionen, Fiktionen, Wissensbeständen und Sprachen und sich daraus ergebende Dis/Kontinuitäten.

Deutschland ist seit langem eine Migrationsgesellschaft und doch tuen sich einige gesellschaftliche Gruppen schwer damit, sich dies einzugestehen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt scheint gefährdet und weder Obergrenzen für geflüchtete Menschen noch Integration allein bieten eine weitreichende Lösung. Im Kern geht es eher um eine Identitäts- als um eine Flüchtlingskrise und die Frage, wie sich Deutschland und Europa im 21. Jahrhundert im Kontext einer erneuten Phase der beschleunigten Globalisierung (Ottmar Ette) und kulturelles Wandels aufstellen können und müssen.

Die öffentlichen Diskurse über die "Flüchtlingskrise" spiegeln eine Verschiebung hin zu einem Nationalismus wider, der die EU und ihre globalen Verflechtungen zutiefst erschüttert hat. Die Rede ist von Wahlerfolgen der AfD aber auch vom Brexit und der politischen Agenda des US-amerikanischen Präsidenten „America First“. Diese sich entfaltenden "Zukunftsentwürfe der Furcht" machen die Forderung nach einem tatsächlichen Dialog auf Augenhöhe und in Anerkennung global wirkmächtiger Machtverhältnisse unabdingbar – einem Polylog des Verständnisses und der Begegnung, der auf eine Bewältigung politischer und sozialer Fragen von Integration und Ausgrenzung ebenso abzielt wie auf eine kritische Reflexion von Weißsein, Alterisierung, Staatsbürger*innenschaft und Privilegien – und zwar basierend auf Informationen, Wissen und Perspektivwechseln.

Was können wir als Multiplikator*innen von Wissensbeständen, als Literatur- und Sprachwissenschaftler*innen, Didaktiker*innen sowie Künstler*innen und Aktivist*innen zu den derzeitigen Herausforderungen beitragen, denen sich Europa im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen stellen muss? Was können wir anbieten, um gesellschaftliches Verstehen, Zuhören und Kommunizieren anzuregen bzw. zu intensivieren?

Diese Fragen stehen im Zentrum des an der Universität Bayreuth angebundenen Netzwerkes "Future Migration. Network for Cultural Diversity". Basierend auf einer siebenjährigen Zusammenarbeit wurde das Netzwerk im Oktober 2016 gegründet. Eine seiner Gründungsideen ist es, die Kernfragen der jüngsten Herausforderungen in Bezug auf Migration und Diversität in Deutschland und Europa herauszuarbeiten und zu beantworten.

Wir vertreten die Ansicht, dass Wissensmultiplikator*innen im Allgemeinen sowie Wissenschaftler*innen und Künstler*innen im Besonderen ethisch herausgefordert sind, sich mit Integration und Inklusion auf allen Ebenen der Begegnung auseinanderzusetzen und im Verbund von Forschung, (Bildungs)Politik und Kunst neue Visionen in Bezug auf Diversität und fair geteilte Zukünfte im Namen eines neu komponierten stärkenden Zusammenhalts in Deutschland, Europa und der ganzen Welt zu entwerfen und zu kommunizieren.



Verantwortlich für die Redaktion: Univ.Prof.Dr. Susan Arndt

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